dies ist Russisch, bedeutet soviel wie "Guten Tag" und gilt in Osteuropa als eine höfliche Anrede. Hoffen wir also weiter, Abgesandte aus der Ukraine und aus Russland finden bald eine gemeinsame Sprache. Um des Friedens Willen. Einige unserer Neuvorstellungen drücken diesen Wunsch auch aus. Nun aber zum schöneren Teil des Tages, zur Jukebox und der Musik aus den Siebzigern. Auf der Strecke bleiben heute nur zwei Titel: The Tymes - "You little Trustmaker" und dito Deep Purple - "Burn". Mit anderen Worten: Zwei raus - zwei rein! Die Newcomer: Led Zeppelin und Bryan Ferry. Na dann viel Erfolg! Was gibt's auf den Rängen 11 und 12? Auf 11 liegt Kraftwerk - "Die Roboter". Den zwölften Rang teilen sich: Hello - "Star Studded Sham" und Deep Purple - "Burn". Vorhang auf für unsere aktuellen Neuvorstellungen, die energisch versuchen, bei uns Fuß zu fassen. Dabei findet Ihr auch zwei deutsche Produktionen - in diesem Falle beides bekannte Songs, in die deutsche Sprache übertragen. Aber dazu später mehr.
Jedoch starten wir auf ganz besonderen Wunsch einer Freundin mit dem britischen Pop- und Rock-Musiker Robert Palmer, der leider im September 2003 im Alter von 54 Jahren verstarb. In seiner Kindheit lauschte er der Musik von Otis Redding und Nat King Cole. Als erwachsener Künstler trat er der Rockband "Vinegar Joe" bei und stand neben der Lead-Sängerin Elkie Brooks auf der Bühne. Dabei fungierte er als der Gitarrist der Gruppe. Doch dieses Glück währte nur kurz, denn nur nach drei Jahren löste sie sich 1974 wieder auf. Eine gute Gelegenheit für Robert Palmer, eine Solo-Karriere anzuleiern. Seine ersten Langrillen wie "Sneakin' Sally Through the Alley" (1974), "Pressure Drop" (1975), "Some People Can Do What They Like" (1976) sowie "Double Fun" (1978) tauchten regelmäßig in den US-Charts auf. Während Palmer mit seinen Single-Platten eher einen schleppenden Start hinlegte. Einzig seine Cover-Version von "Bad Case of Loving you (Doctor, Doctor)" - ein Song des US-Sängers Moon Martin - und sein "Best of both Worlds" im flotten Reggae-Stil gefielen dem Publikum. Die Achtziger begannen für den englischen Musiker recht erfolgreich: Sein Song "Johnny and Mary" huldigte der Richtung des New Wave und sicherte dem smarten Engländer vor allem in Mitteleuropa ausgezeichnete Chart-Positionen. Und wir nehmen auf Wunsch die Platte des Sommer-Songs "Best of both Worlds" aus der Hülle.
Auf Robert Palmer folgt heute die sehr talentierte Sängerin, Songwriterin, Pianistin, Tänzerin, und ebenso Musikproduzentin Kate Bush, welche ihre ersten Songs bereits im zarten Alter von 13 Jahren schrieb. Ihr Weg an die Spitze begann im Jahr 1978 mit dem selbst geschriebenen Titel "Wuthering Heights", der auf den Roman "Sturmhöhe" der englischen Schriftstellerin Emily Brontë Bezug nahm. Dem Publikum gefiel ihr neuer, beim ersten Hören etwas verquerer Sound, verziert mit einer extrem hohen Stimme. So erreichte die zierliche Musikerin mit ihrer Erstlings-Platte in ihrer Heimat auf Anhieb die Spitzenposition. Damit wurde ihr eine besondere Ehre zuteil: Denn sie war die erste Frau, die es schaffte, mit einem selbstverfassten Lied England's Nummer Eins zu werden. Auch anderswo konnte sich ihre Kurzrille hervorragend platzieren: bei den Eidgenossen schaffte die "Sturmhöhe" Platz 8, und in Österreich landete die kleine Platte immerhin noch auf Rang 17. Und hierzulande sprang sogar ein elfter Platz heraus. Auch das dazugehörige Album "The Kick Inside" (1978) machte Furore und kletterte auf der britischen Insel bis auf Rang 3. Durch diesen Erfolg beflügelt gab sie noch im gleichen Jahr ihr Folgewerk "Lionheart" (1978) heraus - ebenso erfolgreich. Im Laufe ihres musikalischen Weges schenkte sie uns noch viele außergewöhnliche Lieder, denkt nur an "Babooshka" (1980), "Wow" (1979) und auch "Running up that Hill" (1985). Im folgenden bleiben wir jedoch bei Kate's erster Langrille "The Kick Inside", aus dem ebenfalls ihr zweites Single-Vinyl "The Man with the Child in his Eyes" stammte. Diesen deutlich kürzeren Song komponierte sie bereits im Alter von nur 13 Jahren und nahm ihn 1975 im Londoner AIR-Studio auf, von einem Orchester begleitet. Schließlich fand das schöne Lied im Jahr 1978 doch den Weg aufs Album. Interessant: Anders als auf der Langrille beginnt der Track auf der Single mit dem nachhallenden Satz "He's here!". Nachdem die LP nämlich bereits komplett im Kasten war, ergänzten die Studiobosse den Song noch. Viel Vergnügen bei diesem Hörgenuss!
Mit der Nummer 13 läuten bei uns wieder deutsche Glocken. Will sagen: Jetzt kommt unser erster deutscher Beitrag für heute. Aus diesem Grund steht die Sängerin, Filmschauspielerin und Tänzerin Daliah Lavi vor unseren Pforten, der wir gerne Einlass gewähren. Die multinationale Künsterin, die eigentlich aus Israel stammt, gelangte einst über London nach Deutschland, wo sie sich mit ihrer angenehm rauchigen und leicht heiseren Stimme in die Herzen der Menschen sang. Ihr Repertoire speiste sich hauptsächlich aus gelungenen deutschen Cover-Songs internationaler Originale. Als da wären "Oh, wann kommst du?" (1970), "Willst Du mit mir geh'n" und vor allem "Wer hat mein Lied so zerstört, Ma?" (beide 1971). Die Texte ihrer Lieder unterschieden sich in wohltuender Weise vom deutschen Schlager-Einerlei und wirkten frech, keck und unkonventionell - mit einem Wort: modern. Ihre Kurzrille "Wer hat mein Lied so zerstört, Ma?" stammte als "What have they done to my Song, Ma?" von der US-amerikanichen Sängerin und Songwriterin Melanie Safka, die ihren Familiennamen im Musik-Business gern wegließ. Im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Pop-Sängern konnten auch die Alben von Frau Lavi beim Publikum punkten. Gegen Mitte der Siebziger ließ der Erfolg etwas nach; jedoch erschienen weiterhin gute Songs auf Vinyl, gern deutsche Versionen bekannter Hits. Neuen Schwung erlebte die sympathische Sängerin erst wieder zu Beginn der Achtziger. Nach vielen Jahren schöpferischer Pause gelangen ihr sporadisch noch einmal Jukebox-Treffer; allerdings zog sie sich zur Jahrtausendwende deutlich von Musikgeschäft zurück. Viel Spaß mit ihrer Version des Melanie-Songs.
Nun beehrt uns eine der berühmtesten Rock-Gruppen ever: Pink Floyd aus dem britischen Cambridge. Schon 1965 aus der musikalischen Taufe gehoben, blicken die übrig gebliebenen Mitglieder Nick Mason, Davd Gilmour sowie der abtrünnige Roger Waters auf insgesamt weit über 20 Alben zurück. Große Rollen spielen dabei die der so genannten "Klassischen Phase" (1973 - 77): "The Dark Side of the Moon" (1973), "Wish You Were Here" (1975) sowie "Animals" (1977). Spätere Generationen erinnern sich eher an das Monumental-Werk und Konzept-Album "The Wall" (1979), ersonnen von Roger Waters, der nach seinem Ausscheiden aus der Gruppe 1985 die Rechte daran ganz einfach mitnahm. In der Ära nach Waters schwenkte der Gitarrist David Gilmour das musikalische Szepter und lenkte die Geschicke der Band. Dafür stehen die späteren Werke "A Momentary Lapse of Reason" (1987), "The Division Bell" (1994) und ebenso "The Endless River" (2014). Werfen wir aber einen Blick auf ihre Langrille "The Dark Side of the Moon" samt der auskoppelten Single-Platte "Money" - wie so oft in einer gekürzten Version: Im Track aus der Feder von Roger Waters geht es laut Quellen um "die Freude am Geld und die Gier nach Reichtum. Gleichzeitig aber auch (um) die Ernüchterung, als weniger wohlhabende Person im Schatten von Reichen zu leben. Die Macht des Geldes und der damit verbundene Einfluss seiner Besitzer könne groß sein, sei aber vergänglich und könne Menschen verderben. Mit dieser Botschaft fügt sich 'Money' in das Gesamtkonzept des Albums 'The Dark Side of the Moon' ein, das sich mit Dingen und Situationen beschäftigt, die einen Menschen wahnsinnig werden lassen können."
Mit der 15 bieten wir Euch einen musikalischen Hochgenuss der Extraklasse: Ihr werdet es nicht glauben, aber einst gab es hierzulande tatsächlich eine deutsche Version des Black-Sabbath-Klassikers "Paranoid". Ja, wirklich. Und kennt Ihr noch die Interpreten? Nein? Wir schon! Es waren Cindy & Bert! So erschien ein Jahr, nachdem "Paranoid" der britischen Schock-Rocker die Charts eroberten, mit "Der Hund von Baskerville" (1971) tatsächlich eine deutsche Version des Songs. Dabei kam der Text des Werkes nicht etwa als ein fader Aufguss des Originals rüber, sondern erzählte eine ganz neue Geschichte: "Nebel zieht in dichten Schwaden/Übers Moor von Forest Hill/Grün-gespenstisch grinst ein Irrlicht/Es ist Nacht in Baskerville". Also um es auf den Punkt zu bringen: Sherlock Holmes meets Black Sabbath! Und auch musikalisch wurde Neues geschaffen: die Studio-Band ergänzte den fetzigen Sound sogar noch durch eine Rock-Orgel. Aber leider verpasste die kleine Scheibe des erfolgreichen Schlagerduos aus dem Saarland - ansonsten bekannt für Lieder wie "Spaniens Gitarren" (1974), "Immer wieder sonntags" (1973) und "Hallo, Herr Nachbar" (1973) - die deutsche Hitparaden, fiel beim Publikum durch. Dazu schrieb der Musik-Journalist Linus Volkmann: "(Denn) Cindy & Bert wollten internationalen Rock auf Deutsch übersetzen und Ozzy-Osbourne-Flair in der ZDF-Hitparade verbreiten. Die Idee war gut, doch die (deutsche) Welt noch nicht bereit." Dazu meinte Cindy Berger, ihr Produzent habe damals abgeraten, diesem neuen Weg zu folgen. Also schlossen sie diese Tür wieder und veröffentlichten lieber ihre bekannten Schlager, weil die Menschen das so mochten. Natürlich verständlich, aber trotzdem schade, denn eine Chance, das deutsche Liedgut zu verändern, war vertan. Doch der "Hund von Baskerville" kam noch zu spätem Ruhm und verfügt in der Pop-Welt längst über einen gewissen Kult-Status. Wer nämlich noch die kleine Platte seiner Vinyl-Sammlung beifügen möchte, braucht viel Geduld und muss horrende Preise zahlen. Aber hey: Diesen Titel wird niemand vergessen, der ihn je gehört hat.
Unser letzter Beitrag für heute stammt aus dem Jahr 1969 und kommt vom kanadischen Sänger Andy Kim, dessen Stimme sehr an die von Neil Diamond erinnert. Sein musikalischer Weg begann schon in den Sechzigern, als er mit dem Produzenten Jeff Barry arbeitete. Gemeinsam schufen sie einige Bubblegum-Hits wie "Sugar, Sugar" für die Archies. Diese Band war im Grunde (nur) ein reines Studio-Projekt, deren Musik für eine Trickfilm-Serie taugte, wobei Andy Kim dieser Truppe seine Stimme lieh. Aber im Laufe der Zeit trat er auch als Solo-Interpret in Erscheinung und veröffentlichte unter anderem die Kurzrillen "Shoot'em up, Baby", "Rainbow Ride" (beide 1968), "Baby, I love you" (1969). Alle im typischen Sound des Phil Spector. Als sich sein Vinyl allmählich in den Läden stapelte, gründete Andy Kim mit seinem Bruder Joel ein eigenes Label und produzierte später den Million-Seller "Rock me gently". Der Soul-orientierte Song schnitt besonders in den Staaten und auf der britischen Insel sehr gut ab. Leider verebbte auch seine zweite Karriere, weshalb er als "Barron Longfellow" einen neuen Start wagte, welcher jedoch ohne große Resonanz blieb. Daher bringen wir sein wunderschönes Liebeslied "Baby, I love you" im Stil der späten Sechziger. Bis heute eigentlich sein bekanntester Titel. Viel Spaß! Euer Joachim